Im September 2007 legte ich mir einen 96er Xantia 1,8 16v mit 125000km auf der Uhr zu. Ich wollte unbedingt mal einen hydropneumatisch gefederten Citroen fahren, und hatte mir diesen Wunsch somit erfüllt.
Ich sag’s gleich zu Anfang: Ich bin kein Schrauber, und bin darauf angewiesen, mich auf die Fachkenntnis von Meisterwerkstätten verlassen zu können. Mein Respekt vor dieser Zunft schwindet allerdings zunehmend!
3 Monate nach dem Kauf kam der erste Defekt. Ich rollte auf dem Heimweg von der Arbeit abends um halb zehn mit gerissenem Gaszug auf halber Strecke aus – ein schlechtes Omen? Blödsinn! Ist eben ein älterer Gebrauchtwagen. Ist zwar ärgerlich, aber wenigstens nicht teuer.
2 Wochen später bearbeitete jemand mein Auto nachts mit dem Fuß eines Baustellen-Verkehrschildes: Delle im Dach, beide rechten Türen eingedellt, rechter Außenspiegel abgetreten und beide rechten Seitenscheiben eingeschlagen. Man hatte sich sogar die Mühe gemacht, mit der Ecke des Fußes den Türgriff zu zertrümmern!
Nun folgten einige Reparaturen, die bei einem Auto dieses Alters zwar ärgerlich, aber nicht ungewöhnlich sind:
Ablauf des Schiebedachs repariert (kurz später verstopften sie und mussten gereinigt werden), Radlager hinten rechts erneuert, Endschalldämpfer erneuert.
Im März 2009 fuhr mir dann jemand auf dem Parkplatz eines Supermarktes in die rechte Seite. Meine damalige Werkstatt schaffte es, das Auto gegenüber der gegnerischen Versicherung so schönzureden, dass es kein Totalschaden war, und der Schaden repariert wurde. Rückblickend hätte ich das Auto lieber als Totalschaden einstufen lassen sollen, denn nun ging der Ärger richtig los…
Nach der Reparatur hatte ich zwar rechts zwei neue Türen, und hatte somit neuwertigen Ersatz für die eingedellten Türen des Vandalismusschadens. Aber die Karosserie scheint doch ein wenig verzogen zu sein, da die Türen sich nicht mehr richtig einpassen ließen. Die Folge sind Windgeräusche bei höheren Geschwindigkeiten.
Dann ging’s weiter: Katalysator, beide vorderen Querlenker und die Bremsscheiben rundum mussten innerhalb weniger Monate erneuert werden – läuft auch noch alles unter normalem Verschleiß. Ist aber eben teuer!
Aber nun wurde es nervig:
Besonders nach längeren Fahrten verlor das Auto eine Menge Öl und sorgte für wenig umweltfreundliche Flecken unter dem Auto.
„Werkstatt A“ diagnostizierte einen Spannungsriss in der Ölwanne und baute eine neue ein. Der Erfolg war gleich null! Die Werkstatt „besserte“ kostenfrei nach und versuchte wohl irgendwie die Ölwanne dicht zu bekommen – es tropfte munter weiter.
Daraufhin ging ich zu einer großen Citroen-Vertragswerkstatt. Sie konnten wegen der starken Verölung nicht sofort sagen, woher der Ölverlust kam, stellten aber einige weitere Mängel fest. Werkstatt A hatte beim Wechseln der Bremsscheiben und Beläge die Haltefedern für die hinteren Bremsbeläge vergessen. Zudem fehlten Abschirmbleche für die hinteren Bremsscheiben. Nebenbei wurde noch eine defekte Handbremse und ein kaputter Höhenkorrektor festgestellt.
Ich konfrontierte Werkstatt A mit den Beanstandungen. Im Beisein eines Sachverständigen wurden die Mängel festgehalten und die fehlenden Teile der Bremse wurden ersetzt. Aber da war ja noch die Sache mit dem Ölverlust: Werkstatt A sagte nun, der Ölverlust rühre von einem undichten Simmerring (Wellendichtring zwischen Motor und Getriebe) her. Dafür musste das Getriebe ausgebaut werden. Da die Kupplung auch ziemlich am Ende war, wurde sie im Verbund gleich mit erneuert.
Als nächstes hing die Bremse vorne rechts Bremssattel musste erneuert werden. Ach ja, und der Kühler war auch durchgerostet… Und auch das Öl tropfte munter weiter!
Von Werkstatt A hatte ich nach der Bremsengeschichte die Nase voll. Also suchte ich mir für die Zukunft eine kleine, aber erfahrene Citroen-Werkstatt aus. Dort berichtete ich von den hunderte Euro teuren Reparaturen der Ölundichtigkeiten. Der Meister schlug die Hände über dem Kopf zusammen. Nach kurzer Durchsicht sagte er mir, dass lediglich der Schlauch der Be- und Entlüftung vom Motorgehäuse zum Zylinderkopf verstopft sei. Bei längeren Fahrten baue sich dann ein Druck auf, woraufhin sich das Öl dann den leichtesten Weg nach draußen suche. Des Weiteren stellte er fest, dass die Federkugeln absolut verschlissen seien. Somit floss mein Urlaubsgeld mal wieder ins Auto.
Die neuste Baustelle sind Vibrationen im Lenkrad zwischen Tempo 110 und 130. Es wäre zu einfach, wenn es mit dem Auswuchten der Räder getan wäre. Mittlerweile wurde die rechte Antriebswelle erneuert und…..ratet mal….ohne jeden Erfolg. Werkstatt A sagte, die Reifen aus dem Internet seien Schuld (Markenreifen bei „reifen-direkt“ gekauft) – das sei ja alles B-Ware. Die Citroen-Werkstatt sagte, dann müsse eben auch die linke Antriebswelle erneuert werden…. Vielleicht gehöre ich doch zu den Leuten, die die Finger von alten Autos lassen sollten und sich doch lieber einen Koreaner leasen sollten!?
Ergänzung vom September 2011: Aktuell funktioniert das ABS nicht mehr...
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Citroen des Grauens?! 15.08.2011
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Vom: 15.08.2011
Ich bin ja nicht abergläubisch, aber nach knapp 4 Jahren und 55000km mit meinem Citroen Xantia bin ich immer wieder geneigt zu glauben, das Auto sei vom Pech verfolgt. Oder ist alles nur eine Mischung aus meiner eigenen Dummheit, Werkstattpfusch und falschen Entscheidungen?
Aber der Reihe nach…

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Diskussionen
Kleines Update: Neulich komme ich aus dem Supermarkt. Als der Blick auf den Xantia fällt denke ich: "Da baumelt doch was aus dem Motorraum raus?!" Bei näherem Hinsehen stellte sich heraus dass die Hupe abgerostet war und nur noch am Kabel hängt. Aber sie funktioniert noch! Was an einem Auto alles kaputt gehen kann...man lernt nie aus!
Ich glaube die deutschen Fahrzeuge waren damals auch nicht viel besser.
Gerostet haben sie Alle,was der Franzose nicht an Mängel hatte hatten die Anderen und umgekehrt.
Ein Bekannter hat einen 1000er Sinca der läuft besse wie sein Altagswagen :-).
Die neuen Fahrzeuge haben halt mit der Elektrik probleme,die ist oft teurer wie ein Blechteil!
Auf die Nase kann mann immer fallen.
1967 hatten die Franzosen noch mehr Stilsicherheit - sorgfältiger gearbeitet haben sie damals sicher nicht! Meiner hat unter den Vorbesitzern gelitten (5 an der Zahl!), unter Vandalen, unachtsamen Verkehrsteilnehmern und vor allem unter schlechten Werkstätten!
Fährst Du noch oder schwebst Du schon . . . ? Meine Schwester fährt eine DS. Aber 1967 haben auch die Franzosen noch sorgfältiger gearbeitet. Gut, deiner mag ein Montagsauto sein, aber mit der Werkstatt steht oder fällt sie Sache. Ich fahre immer alte Autos - auch im Alltag.
Interessant zu wissen wäre das Baujahr, die Anzahl der Vorbesitzer, und die Art der Vorbesitzer - ggf. könnte man dann Rückschüsse, wie z.B. die Echtheit der Kilometerleistung nachvollziehen.
Ach ja, und der Kaufpreis nátürlich!
@Xaver: Was nicht dran ist, kann auch nicht kaputt gehen. Diese alte Weisheit gilt bei den meisten Franzosen ganz besonders.
@Bertonix: Der Xantia ist schon einschönes, komfortables Auto - wenn denn mal alles funktioniert!
Bei manchen Franzosen ist es wohl aber auch einfach Glückssache. Der eine fährt mit seinem Auto pannenfrei 10 mal um die Welt, beim anderen steht das gleiche Modell 2 Monate im Jahr in der Werkstatt....
Wenn man so eins erwischt hat, sollte man wohl rechtzeitig den Stecker ziehen...;-)
Das Reisen 1.ster Klasse im BX trifft auf jedencFall zu bei den TOP-Modellen. Damit wurde sogar so im Prospekt geworben.. und ich kanns nur bestätigen. Selten bequemer gefahren, als in diesen Sesseln...
Der Bertone hat mich bereits mal bis in die Toskana gebracht. Von HH ohne Panne und zurück. Bei der Einfahrt Elbbrücken fiel mir dann der Auspuff ab... aber Rückenschmerzen hatten wir keine! ;))
Bertonix
. . . grauslige Geschichte - mein Mitgefühl hast Du auf jeden Fall - aber es ist in der Tat schwierig, im richtigen Moment den Stecker zu ziehen - der Londoner UBS-Banker Kweku Adoboli hat's ja nachweisslich auch nicht geschafft . . .
LG
Cavallino
Summe: Opel fahren (66 - 72)! Die meisten genannten Teile hat ein Opel gar nicht :-) und 110km/h fuehlen sich an wie 200 im Doppeldecker :-) ...reine Fahrfreude fuer den kleinen Geldbeutel!
Gruesse aus VA!
Danke für das Mitgefühl ;-) Schlechtes Karma...das trifft es wohl. Und nach der Geschichte mit dem Seitenschaden hätte ich ihn echt verkaufen sollen! Denn danach dachte ich nach jeder Reparatur: Jetzt muss ich ihn aber noch weiterfahren, wenn ich schon so viel reingesteckt habe. Nun ja hinterher ist man immer schlauer.
Selber schrauben ist wohl die beste Lösung - denn es ist schon sehr enttäuschend, dass Werkstätten entweder keine Ahnung haben, oder nur an den maximalen Profit denken (im schlimmsten Falle beides).
Einen gepflegten BX erst recht mit 1,9er Maschine) finde ich auch reizvoll. Vor allem der Kombi gefällt mir beim BX. Die sind schon fast komplett verschwunden hat man den Eindruck. Und selbst bei Citroen-Treffen dominieren die verranzten Exemplare.
Reisen 1. Klasse im BX....das kommt einem wohl nicht zuletzt im Kontrast zu einem X1/9 so vor ;-)
So ein sportlicher Gegenpol zum Xantia fehlt mir auch noch!
Viele Grüße,
pignon
Ach ja... wende Dich doch mal an ein Cit.-Forum oder noch besser einen Citronisten aus diesem Forum aus deiner Nähe.
Das sind Enthusiasten und helfen auch mal gerne bei der Begutachtung zum Kaufentscheid. Habe ich damals so gemacht und damit wertvolle Tipps bekommen, die die Blender von den Schätzchen trennten. Meine BX hat mit allen technischen Neuerungen (inkl.Zyl.kopfdichtung und Zyl.kopfüberholung, sowie neuen Ventilschaftdichtungen - wegen LPG Umbau), neuen Reifen, Lackaufarbeitung und Revision der Hydropneumatik um die 3500€ gekostet.
Mittlerweile wird man sogar mit dieser lang missachteten "Gurke", ob des schönen Originalzustands, an vielen Orten angesprochen. Weil in den Köpfen der Leute eine BX ja meist verrammelt aussieht. Stumpfer Lack, verwohntes Innenleben, klappriges Äußeres. Aber das muss ja nicht sein.... für ein Fzg mit guter Historie, lohnt eine Restauration "light".
Nochmals Guesse...
Bertonix
Ich denke mal schlechtes Karma..... soviel Pech ist ja nicht normal...
Da ich selber seit Jahren vom frankophilen Virus befallen bin (hatte nacheinander 7 verschiedene Citroen. davon 6 BX 1,9i) kann ich das sehr gut nachempfinden. Aber ich würde Dir raten, dir Wissen zum selber Schrauben anzueignen. Das ist kein Hexenwerk und hilft Dir sehr Kosten zu sparen. Ich hätte in deinem Fall nach der schlechten Passform der neuen Türen die Kiste abgestoßen.
Deine Mängelliste besteht im wesentlichen aus Verschleißmängeln. In diese Falle tappt man sehr leicht, wenn man selbst kein Schrauber ist, oder mit einer neuen, unbekannten Automarke liebäugelt, aber deren Schwächen noch nicht kennt. Denn grundsätzlich gehört der 1,8er Xantia ab Bj. 98' zu den zuverlässigeren Modellen dieser Marke. Aber, wie immer läßt man sich von einem aufpolierten, schlecht gewarteten Alltagslastesel blenden... (diese Erfahrung hat sicher jeder schon mal gemacht).
Falls dir die Lust, an einem Hydropneumaten noch nicht vergangen ist, würde ich mal über eine schöne gepflegte BX nachdenken. Die werden langsam rar, bieten aber die überschaubarere Technik, günstigere Ersatzteilpreise und viel Platz zum Selbermachen!
Meine aktuelle ist ein rostfreies Rentnerauto mit Luxusausstattung und LPG Umbau. Habe damit eine Reise von Hamburg bis nach Griechenland und zurück gemacht und selten bequemer gereist. Wie in einem 1.ste Klasse Abteil der Bahn....ohne Pannen!
Grüße & mein Beileid!
Bertonix
Ich glaube dank Abwrackprämie gibts für den Xantia einiges auf dem Schrott oder auch bei ebay, motoso usw. - das nützt aber nur Menschen mit Schraubertalent was.
Ich wäre schon mit einer Werkstatt zufrieden, die weiß was sie tut (z.B. bei dem Problem mit dem Ölverlust)!
Das hätte mir eine Menge Geld und Ärger erspart!
Ja, wenn er fährt ist der Wagen ein Traum, aber die Reparaturen gehen echt immens ins Geld. Bei einem deutschen Auto ist doch vieles um einiges günstiger. Und Ersatzteile finden sich manchmal sogar auf dem Schrottplatz. Bei Citroen gleicht diese Suche der Nadel-im-Heuhaufen-Geschichte.