Auto Union


Die Auto Union stellte einen marktwirtschaftlichen Rettungsversuch in der Weltwirtschaftskrise der 1920er-Jahre dar, sozusagen eine Vernunftehe:

Auch die vier Automobilhersteller Horch, Audi, Wanderer und DKW mussten in dieser chaotischen Zeit einschneidende Rationalisierungen durchführen. Zwar überstanden zunächst alle Unternehmen die Weltwirtschaftskrise, jedoch war keines für sich allein überlebensfähig. Die Konkurrenzsituation zwischen den vier Unternehmen beschleunigte die Schuldenbildung. Unter der Federführung der Sächsischen Staatsbank fusionierten am 29. Juni 1932 die vier Firmen zur Auto Union AG mit Sitz in Chemnitz. Vier ineinander greifende Ringe – das heutige Audi-Logo – symbolisierten den Zusammenschluss zum damals zweitgrößten deutschen Autokonzern.

Der trügerische Aufschwung in den folgenden Jahren führte u.a. zu den faszinierendsten Rennwagen ihrer Zeit. Die 16-Zylinder-Grand-Prix-Wagen der Auto Union sind noch heute legendär, und die Luxuslimousinen von Horch erwarben sich einen hervorragenden Ruf, der den Namen August Horch bis heute unsterblich machte.

Nach dem 2. Weltkrieg, der Teilung Deutschlands und der Währungsreform wurde die Auto Union im Jahr 1948 liquidiert. Die Werkshallen in der russischen Besatzungszone wurden demontiert und in die Sowjetunion abtransportiert oder unter der DDR-Führung verstaatlicht. Auch die Amerikaner legten die Werkshallen in ihrer Zone still. Am 17. August 1948 wurde die Auto Union AG aus dem Handelsregister gelöscht.

Am 3. September 1949 schlug die Geburtsstunde der neuen Auto Union GmbH. Es entstand zunächst das “Zentraldepot für Auto Union-Ersatzteile GmbH” in Ingolstadt. Unter dem Namen DKW begann man bald darauf, das erste neue Nachkriegsmodell zu bauen: den DKW – Schnelllaster, einen kleinen Transporter mit Frontantrieb und 20 PS. Motorräder vom Typ RT 125 verließen ebenfalls wieder die Produktionsbänder in Ingolstadt. In Düsseldorf wurde die Produktion von zweitaktbetriebenen Mittelklassewagen (z.B. DKW F89 Meisterklasse) aufgenommen. Es folgten der DKW F91 3=6, der DKW Junior, F11, F12 sowie der AU (Auto Union) 1000 S. Die Konjunktur zog langsam wieder an und die Auto Union war mit ihren DKW-Modellen für das bald folgende Wirtschaftswunder so gut aufgestellt, dass Daimler Benz die Unternehmung 1958 aufkaufte. Daimler musste jedoch erkennen, dass die Tage für zweitaktbetriebene PKW gezählt waren: zusammen mit den Einkommen stiegen auch die Ansprüche der Kunden an ihre Fahrzeuge. Immer weniger Fahrer wollten mit dem typischen Knattern und blauen Abgasfahnen durch die Nachbarschaft oder gar in den Urlaub fahren.

Um diesem eindeutigen Trend gerecht zu werden, entwickelten die Ingenieure von Daimler neue Motoren, speziell für die DKW-Modelle: wassergekühlte Viertaktmotoren, deren höhere Verdichtung zwischen Benzin – und Dieselmotoren lag und den Benzinverbrauch dabei etwas reduzierte – der sog. Mitteldruckmotor.

Zwischen 1964 und 1968 verkaufte Daimler jedoch die Auto-Union samt der neuen Motoren an Volkswagen.

Mit der Einführung der neuen Motorenpalette in die DKW-Fahrzeuge wollte Volkswagen mit einer neuen Namensgebung das Ende der Zweitakt-Ära demonstrieren: so liefen die Fahrzeuge künftig unter dem Namen Audi vom Band. Die vier Ringe wurden zu Ehren der bewegten Entstehungsgeschichte der Marke Audi beibehalten. 1969 erfolgte eine Fusion mit dem Automobilhersteller NSU zur Audi NSU Auto Union AG, die 1985 endgültig in Audi AG umbenannt wurde. Damit verschwand der traditionsreiche Name der Auto Union.

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